Howrse Test: Tierzucht-Simulation für Pferdeliebhaber

Howrse

Willkommen in der Welt der Ponys, Einhörner und geflügelten Pferde! Seit seinem Start 2005 erfreut sich das Browsergame Howrse ungebrochen großer Beliebtheit und einer ständig wachsenden Community. Das hat unsere Neugier geweckt, obwohl wir außerhalb der virtuellen Realität relativ wenig Kontakt mit Huftieren haben. Oder vielleicht gerade deshalb? Klar scheint jedenfalls, dass uns der Entwickler Owlient im kostenlosen Online-Pferdespiel einige Möglichkeiten bietet, die uns in der echten Welt nicht offen stehen. Wir widmen uns nicht nur der Tierpflege, der Zucht und dem Training unseres Vierbeiners, sondern verfolgen eine eigene Karriere, die idealerweise in der Leitung eines eigenen Reitzentrums gipfelt. Hinzu kommt die Aussicht auf Begegnungen mit seltenen Wesen und den Einsatz magischer Gegenstände. Um herauszufinden, ob das alles wirklich so toll ist, wie es klingt, streifen wir die Reitstiefel über und starten in unser neues Leben als virtueller Pferdeflüsterer.

Endlich, ein eigenes Pferd! – Affenstarker Einstieg in 40 Schritten

Nachdem wir uns bei Howrse registriert haben, stellen wir uns unseren ersten vierbeinigen Schützling zusammen. Dafür stehen uns immerhin 5 Pony- und 13 Pferderassen sowie 16 Fellfarben zur Auswahl. Jede Rasse verfügt über 6 Fähigkeiten: Ausdauer, Tempo, Dressur, Galopp, Trab und Sprung. Eine Bewertung mit bis zu vier Sternen zeigt uns, wo die Stärken und Schwächen der jeweiligen Rasse liegen. Wir entscheiden uns für einen weiblichen Mustang und verpassen der Stute, die zunächst als Fohlen daherkommt, ein fuchsfarbenes Kleid mit heller Mähne. Anschließend taucht ein Fenster auf, in dessen Mitte wir unser Fohlen antreffen – umzingelt von Informationen und Funktionsbuttons. Hier begrüßt uns überraschenderweise ein Affe namens Ow. Nanu, ein Affe auf dem Reiterhof? Ist sowas normal? Naja, der kleine Bananenfresser scheint einiges über die virtuelle Pferdepflege zu wissen, also verlassen uns vorerst einmal auf seine Anweisungen.

Wie auf jedem guten Reiterhof, berät uns auch in Howrse ein ... ähm, Affe.

Mit einem Blick auf das Logo des Spielentwicklers Owlient wird uns dann schlagartig klar, warum wir ausgerechnet von Ow betreut werden. Der Affe ist eine Abwandlung des Firmenlogos. Gut, dieses Rätsel hätten wir gelöst und widmen uns nun wieder unserem Vierbeiner. Vorab sei gesagt, dass Howrse sehr viele verschiedene Gegenstände und Spieloptionen beinhaltet, mit denen sich die wunderlichsten Dinge anstellen lassen, außerdem gibt es viele Aktivitäten zu entdecken. Deshalb ergibt es durchaus Sinn, dass das Tutorial ganze 40 Schritte umfasst, auf denen uns Ow begleitet. Er hat es sich oberhalb der Pferde-Seite gemütlich gemacht, wird aber auch nicht müde, zwischendurch immer mal wieder die Position zu wechseln und sogar einen Handstand vorzuführen. Unter seinem wachsamen Auge füttern, tränken, streicheln und striegeln wir unseren Schützling und beobachten, wie sich unsere Hingabe auf seine Energie-, Gesundheits- und Moralanzeige auswirken. Auch einige der Aktivitäten, die uns Howrse bietet, tragen zu einer Verbesserung seines Zustandes bei, wie zum Beispiel der Besuch auf der Wiese oder in der Box.

Pferde-Uhren ticken anders – Mit einem Klick vergeht die Zeit wie im Flug

Mit allzu langen Wartezeiten haben wir in Howrse nicht zu kämpfen. Sobald wir eine Aktivität ausgewählt haben, legen wir die Dauer fest, die in der Regel zwischen 30 Minuten und 10 Stunden liegt (Pferdezeit!), und mit einem Klick ist die Sache erledigt. Da unser Pferd in seiner eigenen Zeitzone lebt, tickt die Uhr bei ihm schneller. Das heißt, nach zwei Stunden Ausritt ist es in Howrse schon 13 Uhr, während es bei uns noch 11 Uhr ist. Leider bleibt dabei auch unsere Ansicht unverändert. Passende Animationen oder ähnliches hätten wir ganz nett gefunden, gibt es in Howrse aber leider nicht. Und bei dem Versuch, die Lautstärke an unserem Computer aufzudrehen, stellen wir fest, dass es auch keinen Ton gibt. Für jede Aufgabe, die wir mit Bravour meistern, belohnt uns Ow mit kleinen Geschenken, darunter eine Menge Equus, die Hauptwährung in Howrse. Natürlich können wir uns nicht dauerhaft auf die Großzügigkeit des quirligen Affen verlassen. Deshalb suchen wir uns einen Job, der selbstverständlich auch etwas mit Pferden zu tun hat und so verdingen wir uns zunächst als Stallbursche – die einzige Position in einem Reitzentrum, für die wir in diesem frühen Stadium qualifiziert sind.

Gegen ein paar Equus nimmt ein anderer Spieler unser Pferd auf.

Eines unserer Ziele, zu dem wir uns in Howrse hocharbeiten, ist es, ein eigenes Reitzentrum zu leiten. Mit dieser Aussicht machen wir uns frisch ans Werk und virtueller Stallgeruch ist ja auch gar nicht so schlimm. Zumindest garantiert uns die Arbeitsstelle ein bescheidenes Einkommen, das wir später in die Ausrüstung und Verpflegung unserer Pferde investieren. Aber eins nach dem anderen. Noch ist unser Fohlen zu jung. Allerdings nicht mehr lange, denn mit jedem der Alterungspunkte, die Ow mit vollen Händen austeilt, lassen wir den kleinen Vierbeiner mit einem einzigen Klick gleich mal um zwei Monate altern. Ist unser Pferdchen erstmal sechs Monate alt, bringen wir es in einem der Reitzentren unter, die von anderen Spielern betrieben werden. Das beschert dem Tier unter anderem einen Lagerplatz für die Nacht. Die Anmeldung eröffnet uns die Option "Schlafen", durch die wir unser Pferd zusätzlich altern lassen. Zuvor haben wir eine Uhrzeit festgelegt, zu der es jeden Tag aufwachen soll. Da wir jedoch lieber gleich weiterspielen wollen, setzen wir Alterungspunkte ein, um es sofort wieder aufzuwecken.

Magische Gegenstände mit wunderlichen Namen

Sobald unser Schützling ein Jahr und sechs Monate alt ist, steht da plötzlich ein ausgewachsener Gaul auf der Wiese. An dieser Stelle möchten wir anmerken, dass nur unser erstes Pferd sich von Anfang an in einer malerischen Landschaft aufhält. Hier stehen uns zudem einige Animationen zur Auswahl, wie zum Beispiel Regen und Schmetterlinge. Um weiteren Pferden einen Hintergrund zu verpassen, brauchen wir eines der vielen magischen Gegenstände, in diesem Fall einen sogenannten "Strahl des Helos". Ein paar Objekte für unser Hauptpferd überlässt uns Ow bereits im Tutorial, darunter einen "Chronos' Zeitgeber", der es uns erlaubt, die Entwicklung und das Training unseres Vierbeiners voranzutreiben und außerdem eine "Schwarze Orchidee", die seinen Zustand verbessert.

Die magischen Gegenstände in Howrse bewirken wahre Wunder.

Um weitere Gegenstände zu erwerben, brauchen wir Pässe, die Premiumwährung in Howrse, die wir für echtes Geld kaufen können. Allerdings gibt es auch andere Wege, um an sie heranzukommen. Zum einen sammeln wir Pässe durch eine lange Mitgliedschaft im Spiel irgendwann automatisch. Zum anderen haben wir die Möglichkeit, sie auf verschiedene Weisen zu verdienen, unter bestimmten Umständen beispielsweise durch den Verkauf eines Pferdes oder indem wir ein über 30 Jahre altes Pferd in den Himmel schicken. Soweit sind wir aber noch lange nicht. Stattdessen begeben wir uns mit Ow weiter auf Entdeckungstour, beantworten verschiedene Fragen zum Spiel und dürfen uns dafür über weitere Belohnungen freuen.

Mit viel BLUP und Training auf der Jagd nach Pokalen

Zu unseren Aufgaben in Howrse gehört auch die Vorbereitung auf verschiedene Wettbewerbe. Wir entdecken drei Optionen, die es uns erlauben, die Fähigkeiten unseres Mustangs zu verbessern, darunter die Wettbewerbe selbst. In der Kategorie Ausritt stehen wir vor der Wahl zwischen Trab, Galopp und Hügeliges Gelände, während wir im Training jeweils eine der sechs Fähigkeiten unseres Pferdes verbessern. Ähnlich wie bei den anderen Aktivitäten legen wir auch hierbei die Dauer fest und sehen zu, wie sich einige der Werte unseres Schützlings verändern. Bevor wir zu einem Wettbewerb antreten, entscheiden wir uns für eine Spezialisierung im Bereich Westernreitkunst. Hier stehen uns fünf Kategorien zur Verfügung, darunter Barrel Racing, Trail und Western Pleasure, die alle unterschiedliche Fähigkeiten erfordern. Eine Tabelle zeigt uns bevorstehende Wettbewerbe an. Manche davon sind nur für bestimmte Pferderassen zugänglich, andere nur für Jungpferde. Die Bezeichnung richtet sich jedoch nicht nach dem Alter, sondern nach den Fähigkeiten der Tiere. Wir statten unseren Vierbeiner mit Hufeisen und entsprechendem Zaumzeug aus und lassen ihn an einem Western Pleasure Wettbewerb teilnehmen.

Suchkriterien helfen uns, den richtigen Hengst zu finden.

Das führt uns automatisch zur Hauptseite unseres Pferdes zurück. Wir machen uns auf die Suche nach einem Hinweis zu seiner Teilnahme. Eine Auflistung am linken Bildrand zeigt uns, was unser Schützling bisher alles erlebt hat, inklusive unserer Pflegemaßnahmen, der Aktivitäten, die wir gestartet haben und der Wettbewerbsteilnahme. Ein wenig später erfahren wir, dass er den dritten Platz erreicht hat – nicht schlecht fürs erste! Noch während des Tutorials überlässt uns Ow einen Hengst, den wir für einen Decksprung anbieten, um zusätzliche Equus zu verdienen. Das macht uns neugierig und wir schauen uns ein wenig genauer um auf dem Paarungs-Markt. In einer Liste studieren wir die Genetik der Hengste, die von anderen Spielern angeboten werden und stolpern über die Abkürzung BLUP, die für „Best Linear Unbiased Prediction“ steht und deren Wert Auskunft über die angeborenen Fähigkeiten der Kandidaten liefert. Wir entscheiden uns dafür, unsere Stute auch gleich decken zu lassen, von einem Hengst, der mehr als null BLUP besitzt. Erst ab diesem Wert verfügt das Tier überhaupt über angeborene Fähigkeiten. Und wir wollen ja keine talentfreien Partner für unser Pferd!

Pro
Ausführliches Tutorial und Hilfe durch Handbücher
Viele verschiedene Pony- und Pferderassen
Reiche Auswahl an magischen Gegenständen
Ziemlich komplexe Simulation
Contra
Wenige Animationen
Kein Ton

4/5 Sterne

Fazit

Unsere Stute ist mittlerweile trächtig und Ow hat uns nach dem 40. Schritt des Tutorials verlassen. Als weiteren Leitfaden und Anreiz, bietet Howrse nach der Einführungsphase Ziele und Belohnungen an. Allerdings müssen wir zugeben, dass unsere Motivation zunehmend schwindet. Obwohl das Onlinespiel eine Vielzahl von Aktivitäten bietet, wirkt es durch die kaum animierte Darstellung doch sehr statisch und dürfte vor allem überzeugte Pferdeliebhaber in seinen Bann ziehen, die sich am Anblick ihres in sich ruhenden Schützlings erfreuen und sich der Zucht und Pflege widmen möchten. Spieler, auf die das zutrifft, können Motivation daraus ziehen, die eigene Karriere bis hin zum Leiter eines Reitzentrums voranzutreiben und die zahlreichen Gegenstände, die besondere Effekte auslösen und die äußerst kreative Namen tragen, zu sammeln. Zudem eröffnet Howrse die Möglichkeit, sich den Wunsch nach einem eigenen Einhorn oder Pegasus zu erfüllen. Wer hingegen animierte Reitstunden und ein bisschen mehr Action erwartet, den wird das Pferde-Simulationsspiel Howrse wohl auf Dauer nicht fesseln.

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