Dorfleben Test: Bauernhofspiel für gesellige Feierabend-Landwirte

Wir haben Dorfleben direkt im Browser getestet. Wer möchte, kann dank passender Gratis-App auch auf dem Smartphone oder Tablet farmen.

Wer nicht auf dem Land lebt, der bekommt nur selten eine leibhaftige Kuh zu sehen. Als Stadtmenschen kaufen wir unsere Milch im Supermarkt und das Mehl ist auch schon fertig verpackt. Doch das heißt noch lange nicht, dass wir uns nicht ab und an auf einen virtuellen Bauernhof flüchten können, um dort ein zweites Leben als Landwirt zu beginnen. Wir lassen uns von dem hübschen Gesicht eines kleinen Farmer-Jungen und den treuen Augen einer lieben Kuh locken und tauchen ein in die Welt von Dorfleben. Im Farmspiel von Plinga widmen wir uns der Feldarbeit und der Tierpflege, errichten Produktionsgebäude und stellen Waren her. Spieler mit einschlägiger Erfahrung kennen die meisten Aufgaben und Aktivitäten bereits, die mit virtueller Landwirtschaft einhergehen. Was die einzelnen Bauernhof-Simulationen unterscheidet, ist vielmehr das Drumherum wie die verfügbare Pflanzensorten, die Produktstätten und das Warenangebot. Außerdem stellt sich bei free-to-play Spielen wie Dorfleben auch immer die Frage, ob sie weitgehend ohne den Einsatz von Premiumwährung, sprich Echtgeld, spielbar sind. Um der Sache auf den Grund zu gehen, schlüpfen wir in die Gummistiefel und machen uns in unserem Dorfleben-Test ein wenig die Finger schmutzig.

Dank Freunden und Farmhilfen meistern Bauern sämtliche Hürden

Mit Hilfe der Unterstützung des kleinen Farmer-Jungen Darryl fällt uns der Einstieg ins Leben als Landwirt ziemlich leicht. Mit seiner Hilfe bewältigen wir das Tutorial und lernen dabei die wichtigsten Funktionen von Dorfleben kennen. Nach der Einführung halten Darryl und seine kleine Freundin ständig Aufgaben für uns bereit und ab Level 11 stehen uns unter anderem zusätzlich einige Missionen zur Verfügung. Dadurch hätten wir eigentlich ständig etwas zu tun auf unserer virtuellen Farm. Allerdings müssen wir dazu einige Hürden überwinden. Zum einen wird schnell klar, dass wir ohne Freunde nicht weit kommen werden. Zu Beginn steht uns nämlich nur eine begrenzte Landfläche zur Verfügung und Erweiterungen gibt es nur, wenn wir einen gewissen Freundeskreis nachweisen können. Wer keine Facebook-Bekanntschaften hat, die auch in Dorfleben mitmischen, der sucht sich Unterstützung im Forum des Spiels. Sobald wir einen konkreten Spielernamen eingeben, haben wir die Möglichkeit, uns mit dem Spieler zu verbinden. Das eröffnet uns die Möglichkeit, Geschenke an ihn zu verschicken oder von ihm zu empfangen. Die haben wir auch bitter nötig, denn abgesehen von dem Münzbetrag, den wir bezahlen, erfordert die Fertigstellung mancher Gebäude einige Ersatzteile. Einsiedlern, die sich partout gegen die vermeintliche Verbrüderung mit anderen Landwirten aussprechen, wird nichts anderes übrig bleiben, als die Materialien mit Farmgeld zu erwerben.

Anders als die Kuh befinden sich die Rinder offenbar in einer Schockstarre.

Da die Premiumwährung sehr selten ist, heißt das im Endeffekt, dass wir Echtgeld ausgeben müssten, um uns bestimmte Items in Dorfleben zu beschaffen. Wir versuchen es vorerst ohne, stoßen aber schnell an Grenzen beziehungsweise werden ziemlich ausgebremst. Denn viele der Feldfrüchte und Obstsorten, die wir im Socialgame anbauen brauchen mehrere Stunden, bis sie zur Ernte bereit sind. Die kürzeste Wartezeit hat Klee (15 Minuten), den wir sowohl für die Honig- als auch die Milchproduktion benötigen. Roggen weist hingegen eine Reifungsdauer von stolzen 16 Stunden auf und ist damit leider keine Ausnahme. Die wenigsten Gewächse sind in weniger als zwei Stunden fertig. Kein Wunder also, dass uns Dorfleben eine breite Auswahl sogenannter Farmhilfen bietet, die unter anderem dazu dienen, Reifungszeiten zu beschleunigen. Unter den Hilfsmitteln finden sich beispielsweise Gießkannen, Biodünger und Gewitter, die die Wartezeiten auf Feldern und Bäumen um bis zu 50 Prozent reduzieren. Die können wir wiederum ausschließlich im Tausch gegen Farmgeld erwerben, ebenso wie das Bionische Bewässerungsflugzeug, durch das wir doppelte Erträge einfahren. Am schnellsten läuft die Feldarbeit mit Hilfe von Super-Gießkannen und Dünger ab, denn die sorgen dafür, dass wir sofort ernten können. Dünger und normale Gießkannen ergattern wir ab und an als Belohnungen. Da wir uns jeden Tag einloggen, stauben wir zusätzliche Geschenke ab, unter denen sich auch einige Einheiten der duftenden Wachstumshilfe finden.

Farmerweiterungen und Missionen für fortgeschrittene Landwirte

Wir wollen uns gerne ausbreiten beziehungsweise wir müssen, denn wir folgen den Aufgabenstellungen in Dorfleben, wodurch schnell einige Tiere und neue Gebäude auf unserem Bauernhof einziehen. Die nehmen natürlich Platz weg. Um unser Gelände zu erweitern, brauchen wir – wer hätte es gedacht – Freunde oder Farmgeld! Eine zusätzliche Landfläche von 17 mal 17 Feldern erfordert rund sieben Freunde oder eine Investition von 30 goldenen Säckchen voll Premiumwährung. Für die Erweiterung "Kleiner Hof" müssen wir 13 Nachbarn nachweisen oder 60 Farmgeld hinblättern. An sich kein Problem, schließlich gibt es die Möglichkeit, die Bauernhof-Simulation über Facebook zu spielen und sich automatisch mit allen Dorfleben-begeisterten Freunden zu verbinden. Ansonsten helfen Foren dabei, kontaktfreudige Landwirte zu finden, die händeringend nach Nachbarn suchen. Sobald wir ausreichend Münzen verdient haben – oder uns dazu durchringen können, Echtgeld in Dorfleben zu stecken – steht es uns frei, neben unserer Hauptfarm weitere Bauernhöfe zu bewirtschaften. Die Wasser-Ranch ist ab Stufe 25 zugänglich und kostet 150.000 Münzen oder 30 Farmgeld. Da die Garten-Ranch rund 900.000 Münzen (100 Farmgeld) erfordert, ist sie wohl eher was für fortgeschrittene Landwirte, wahrscheinlich ist sie deshalb erst ab Level 45 verfügbar. Die ersten paar Levelaufstiege im Browsergame sind relativ schnell erreicht, wobei die Fortschritte immer davon abhängen, wie lange es dauert, die jeweils aktive Aufgabenreihe zu bewältigen. Fürs Pflanzen sammeln wir nur einzelne Erfahrungspunkte. Nennenswerte Mengen erzielen wir größtenteils durch Aufträge. Missionen, für die wir mehrere Tage, mitunter sogar Wochen Zeit haben, bescheren uns andere Belohnungen, wie zum Beispiel einen deutschen Schäferhund, einen Schimmel oder eine italienische Ziege.

Nach fünf Leistungs-Abzeichen winkt uns ein Pokal.

Die ersten Missionen stehen uns ab Level 11 zur Verfügung und im Laufe der Zeit schalten wir weitere Großaufträge frei. Nur gut, dass wir so viel Zeit haben, sie zu erfüllen, denn die meisten erfordern Produktionsstätten, die wir erst noch bauen müssen. Über den Karneval-Button gelangen wir zu einer Reihe von Minispielen, darunter eine Slot-Maschine und eine Entenschießen-Bude. Die meisten davon sind anfangs noch blockiert und werden erst in höheren Levelstufen zugänglich. In jedem Minigame steht uns täglich ein Freispiel zur Verfügung, alle weiteren Versuche würden uns Farmgeld kosten. Eine gute Möglichkeit, hübsche Preise abzuräumen, doch wirklich besonders spannend sind die kurzen Vergnügungen nicht. Neben Aufgaben und Missionen steht uns in Dorfleben eine Handelskammer zur Verfügung. Alle sieben Stunden erscheint hier eine Bestellung, die wir annehmen und dann in einem gewissen Zeitraum erledigen können. Dadurch nehmen wir zusätzliche Münzen ein. Weitere Erfahrungspunkte heimsen wir ein, wenn wir Leistungen erbringen, indem wir eine gewisse Menge an Weizen ernten, Wein herstellen oder andere Erfolge erzielen. Dadurch füllen wir unsere Vitrine mit Pokalen und dürfen uns zudem über einige Automatisierungspunkte freuen. Die brauchen wir, um Produktionen einzuleiten, die dann von selbst weiterlaufen, bis wir offline gehen oder das Ganze wieder abschalten. Ansonsten müssen wir per Klick Tiere füttern, Gebäude mit Zutaten beliefern und die fertigen Waren hinterher einsammeln. Durch die Automatisierung entfallen die einzelnen Schritte und der Betrieb läuft wie von Zauberhand auch ohne weiteres Zutun. Als praktisch erweist sich auch der Erntemeister, eine Maschine die automatisch auf allen Felder sät, erntet und zudem die Früchte von all unseren Bäumen pflückt. Dafür brauchen wir Benzinkanister, die – genau wie Dünger – zu den Premiumitems zählen, von denen wir aber ein paar durchs tägliche Einloggen abgreifen.

Dorfleben Bewertung

GrafikDie Welt von Dorfleben ist äußerst farbenfroh und bietet zudem eine Vielzahl ungewöhnlich gestalteter Gebäude und Geräte. Viel Bewegung ist allerdings nicht drin. Abgesehen von ein paar Tieren, wie beispielsweise der Kuh, die dem Spieler ab und zu einen Blick zuwirft, wirkt alles ein wenig starr – zumindest solange keine Produktionsprozesse ablaufen.
SoundBeim Blick auf die Menü-Optionen "Musik aus" und "Klang aus" stellt sich unweigerlich die Frage: Welche Musik? Gemeint sind hier die Hintergrundgeräusche wie beispielsweise Muhen und Gackern, die allerdings "vom Band" laufen, also unabhängig davon, ob eine Kuh oder ein Huhn angeklickt wird. Klänge ertönen unter anderem beim Öffnen von Aufgaben. Manchen mag das zu unspektakulär sein, andere sind wahrscheinlich froh, mal kein nerviges Gedudel ertragen zu müssen.
UmfangMehr als 200 Dekorationen, 20 Gebäude und 60 Geräte stellt Dorfleben strebsamen Landwirten derzeit zur Verfügung. Außerdem warten jeweils über 50 Tiere und Bäume und 90 Gewächse darauf, gefüttert beziehungsweise gepflanzt zu werden. Darüber hinaus haben Spieler die Möglichkeit, ihre Hauptfarm zu erweitern und auf zwei zusätzliche Bauernhöfen aktiv zu werden. Zahlreiche Missionen, Aufgaben und Erfolge sorgen für zusätzliche Herausforderungen.
Free-to-Play-BalanceViele Items im Browsergame sind ausschließlich im Tausch gegen Premiumwährung erhältlich. Manche können unter befreundeten Landwirten verschenkt werden. Es bieten sich kaum Möglichkeiten, Premium-Items mit Gold zu erwerben, so dass sich Spieler entweder auf die Hilfsbereitschaft von Nachbarn verlassen oder Echtgeld investieren müssen, wenn sie schnelle Fortschritte erzielen wollen. Mit einem größeren und aktiven Freundeskreis, ein wenig Geduld und der Bereitschaft, auf einzelne Extras zu verzichten, ist es aber durchaus möglich, Dorfleben auch ohne den Einsatz größerer Mengen Premiumwährung zu spielen.
SpielspaßWer viele Facebook-Freunde hat, die ebenfalls Dorfleben spielen oder sich schnell einen Haufen Nachbarn zulegt, der wird großen Spaß an der Bauernhof-Simulation haben. Im Laufe der Zeit schalten fleißige Spieler eine Fülle an Gewächsen, Produktionsstätten und Dekorationen frei. Dadurch gibt es immer etwas Neues zu entdecken und viele Möglichkeiten, die Farm anzupassen. Geduldige Bauern mit vielen hilfsbereiten Freunden oder Spieler, die vorrangig als Feierabendlandwirte tätig und nicht ständig online sind, brauchen auch nicht unbedingt Echtgeld zu investieren, um voranzukommen. Schnelle Erfolge und einige Extras bleiben jedoch den zahlungswilligeren Kandidaten vorbehalten.
Pro
Zahlreiche Gewächse, Produktionsstätten und Waren
Abwechslungsreiche Aufgaben und Missionen
Zusätzliche Farmen freischaltbar
Nachbarschaftshilfe und Gratis-Geschenke erleichtern die Arbeit
Contra
Mitunter lange Wartezeiten
Einige Items sind nur für Premiumwährung erhältlich
Ohne eine größere Anzahl an Freunden geht kaum etwas voran

3/5 Sterne

Fazit

Wer neu in Dorfleben einsteigt, kann dank des Tutorials und der simplen Abläufe einen gelungenen Start hinlegen. Allerdings weisen bereits Pflanzen, die nach wenigen Levelaufstiegen verfügbar sind, recht lange Wartezeten von mehreren Stunden auf. Das dürfte der anfänglichen Euphorie einen kleinen Dämpfer verpassen. Schade ist auch, dass es ziemlich viele Items nur für Premiumwährung gibt. Landwirte mit großem Freundeskreis werden an Dorfleben dennoch eine Menge Spaß haben, da ihnen die Nachbarn einige Vorteile bescheren und unter anderem die Landerweiterung ermöglichen. Das Bauernhofspiel lässt sich mit ein bisschen Geduld und hilfreichen Freunden auch ohne Echtgeld-Investition gut spielen und wird Farmspiel-Fans dank des umfangreichen Angebots an Pflanzen, Tieren und Produkten viel Freude bereiten.

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